Video­überwachung · Vorschriften

Darf ich an der Fassade meines Hauses eine Kamera anbringen, die die Straße filmt?

Das ist eine der Fragen, die uns am häufigsten erreichen. Die Antwort steht im Leitfaden zur Videoüberwachung der spanischen Datenschutzbehörde AEPD; hier fassen wir ihn verständlich zusammen, mit dem, was wir bei jeder Montage tun, damit Ihre Kamera die Vorgaben einhält.

Rodion Tulba Rodion Tulba Technischer Leiter · über 350 Montagen

Teil des Sicherheitsratgebers für die Costa del Sol

Die direkte Antwort

Sie dürfen die Kamera an der Fassade anbringen, aber sie darf weder den öffentlichen Raum noch das Grundstück des Nachbarn aufzeichnen, außer einem minimalen, unvermeidbaren Streifen am Zugang. Sie muss auf Ihr Grundstück, Ihre Tür oder Ihre Garage gerichtet sein, und an den Zugängen ist ein sichtbares Hinweisschild auf die Videoüberwachung nötig.

Wo steht das?

Im Leitfaden zur Nutzung von Videokameras für Sicherheits- und andere Zwecke der spanischen Datenschutzbehörde AEPD vom Februar 2025. Das ist die Quelle, die wir hier zitieren und die man bei jeder konkreten Frage zurate ziehen sollte.

Der Leitfaden geht von einer Grundregel aus: Bilder vom öffentlichen Raum zu Sicherheitszwecken aufzunehmen, ist Sache der Polizei- und Sicherheitskräfte. Zu dieser Regel lässt er eine Ausnahme zum Schutz privater Bereiche zu: Zu Sicherheitszwecken montierte Kameras „dürfen keine Bilder vom öffentlichen Raum aufnehmen, es sei denn, dies ist für diesen Zweck unerlässlich oder lässt sich aufgrund ihres Standorts nicht vermeiden“, und in diesem Fall dürfen sie „den unbedingt notwendigen Teil“ erfassen.

Was darf eine private Kamera aufzeichnen?

  • Ja: Ihren Garten, Ihren Eingang, Ihre Garage, Ihre Terrasse. Und das Innere Ihrer Wohnung, das der Leitfaden dem persönlichen oder häuslichen Bereich zuordnet.
  • Ja, in minimalem Umfang: das unerlässliche Stück Gehweg vor Ihrer Tür, wenn sich der Zugang nicht anders abdecken lässt.
  • Nein: die Straße allgemein, die Tür oder das Fenster des Nachbarn, angrenzende Grundstücke und Häuser, Gemeinschaftsbereiche, die nicht nur Ihnen gehören, den Gemeinschaftspool.

In einer Eigentümergemeinschaft werden Gemeinschaftsbereiche mit Beschluss der Eigentümerversammlung und mit denselben Pflichten aufgezeichnet. Werden schwenkbare Kameras oder Kameras mit Zoom eingesetzt, verlangt der Leitfaden Privatzonenmasken, um Fremdes nicht zu erfassen.

Welches Schild muss angebracht werden?

Ein Hinweisschild auf die Videoüberwachung, an gut sichtbarer Stelle und mindestens an den Zugängen zum überwachten Bereich; bei mehreren Zugängen eines an jedem. Es muss darüber informieren, dass videoüberwacht wird, wer der Verantwortliche ist und wie seine Anschrift lautet, dass die Rechte nach den Artikeln 15 bis 22 der DSGVO ausgeübt werden können und wo es weitere Informationen gibt. Die AEPD veröffentlicht ein Muster für das Schild.

Wie lange darf ich die Aufzeichnungen aufbewahren?

Der Leitfaden nennt eine Frist von höchstens einem Monat; danach werden die Bilder gelöscht, außer denen, die aufbewahrt werden müssen, um Taten gegen Personen, Sachen oder Einrichtungen nachzuweisen: Diese werden aufbewahrt und der Polizei oder dem Gericht übergeben. Die Bilder sind personenbezogene Daten: Wer sie sieht und wie lange, liegt in Ihrer Verantwortung.

Und Türklingeln mit Kamera und Video­sprech­anlagen?

Hier ist der Leitfaden großzügiger: Wenn die Videosprechanlage nur dazu dient zu prüfen, wer geklingelt hat, und den Zugang zur Wohnung zu ermöglichen, gelten die Datenschutzvorschriften für sie nicht. Zeichnet sie zusätzlich durchgehend auf oder tut sie anderes, dann schon. Deshalb ist für eine Tür zur Straße eine Videosprechanlage, die sich nur beim Klingeln einschaltet, meist die unbedenklichste Lösung.

Was wir bei jeder Montage tun

Wir richten jede Kamera auf Ihr Eigentum aus, stellen den Winkel ein und aktivieren bei Bedarf Privatzonenmasken in der Kamera selbst, um den Teil der Straße oder des Nachbargrundstücks abzudecken, der ins Bild kommt. Wir bringen das Schild an. Und am Ende löschen wir die Fotos und Pläne des Projekts und übergeben Ihnen die Unterlagen, geschützt mit Ihrem Passwort.

Das ist eine praktische Orientierung, keine Rechtsberatung. Für einen konkreten Fall ziehen Sie den Leitfaden der AEPD oder einen Anwalt zurate.

Häufige Fragen

Darf ich an der Fassade meines Hauses eine Kamera anbringen, die die Straße filmt?

Sie dürfen sie an der Fassade anbringen, aber sie darf weder den öffentlichen Raum noch das Grundstück des Nachbarn aufzeichnen, außer dem unbedingt notwendigen Teil des Zugangs, wenn er sich nicht anders abdecken lässt — so der Leitfaden zur Videoüberwachung der AEPD. Sie muss auf Ihr Grundstück, Ihre Tür oder Ihre Garage gerichtet sein, und an den Zugängen ist ein sichtbares Hinweisschild auf die Videoüberwachung nötig.

Wie lange darf ich die Aufzeichnungen aufbewahren?

Der Leitfaden der AEPD nennt eine Frist von höchstens einem Monat; danach werden die Bilder gelöscht, außer denen, die aufbewahrt werden müssen, um Taten gegen Personen, Sachen oder Einrichtungen nachzuweisen, und die der Polizei oder dem Gericht übergeben werden.

Darf ich meinen Stellplatz in einer Gemeinschaftsgarage aufzeichnen?

Laut dem Leitfaden der AEPD beschränken sich die Bilder auf Ihren eigenen Stellplatz und einen minimalen, nicht vermeidbaren Streifen der Gemeinschaftsbereiche, mit vorheriger, im Protokoll festgehaltener Genehmigung der Eigentümerversammlung. Andere Stellplätze und der öffentliche Raum werden nicht erfasst.

Darf ich eine Attrappe anbringen?

Der Leitfaden der AEPD stellt fest, dass bei einer Kamera-Attrappe keine Datenverarbeitung stattfindet; die DSGVO gilt für sie also nicht. Sie schreckt aber wenig ab und nützt Ihnen nichts, wenn jemand eindringt. Achtung: Eine echte, deaktivierte Kamera oder eine, die sich ohne Aufwand aktivieren lässt, unterliegt den Vorschriften sehr wohl.

Darf ich die Aufzeichnung eines Einbruchs in sozialen Netzwerken zeigen?

Der Leitfaden der AEPD nimmt die Fälle von der Haushaltsausnahme aus, in denen die Informationen einer unbestimmten Zahl von Personen zugänglich gemacht werden — und genau das geschieht beim Veröffentlichen. Die Aufzeichnung wird der Polizei übergeben.

Soll Ihre Kamera den Zugang abdecken, ohne die Straße zu filmen?

Wir wählen Punkt, Winkel und Objektiv so, dass Ihr Eigentum im Bild ist und nicht das des Nachbarn, aktivieren bei Bedarf Privatzonenmasken und bringen das Schild an. Kostenvoranschlag nach Posten, unverbindlich.

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